Sonnenschutz bewahrt die Haut vor den beiden Strahlentypen der Sonne. UVB-Strahlen treffen vor allem die Oberfläche und lösen Sonnenbrand aus; UVA-Strahlen dringen tiefer ein, lassen die Haut altern und durchdringen sogar Fensterglas. Beide können das Erbgut der Hautzellen schädigen und tragen zu Pigmentflecken und Hautkrebs bei. Ein Breitbandschutz mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher, reichlich aufgetragen und über den Tag erneuert, schützt vor beidem, ergänzt durch Schatten, Hut und Kleidung. Pigmentflecken entstehen vor allem durch UV-Strahlung und lassen sich am besten durch Sonnenschutz mildern.
Hallo MenschLicht,
Du kennst den ersten richtig warmen Tag im Jahr. Die Sonne liegt auf dem Gesicht, die Haut wird weich und warm, und fast im selben Moment meldet sich der Gedanke, ob Du ihr damit schadest. Dabei darf die Sonne Dein Gast sein. Sie schickt zwei sehr verschiedene Botschaften zu Dir, und sobald Du beide kennst, begegnest Du ihr mit Verständnis und ohne Angst.
Auf der äußersten Grenze Deiner Haut, der Hautbarriere, wohnt Frau Hornzelle. Sie bildet die Stadtmauer der HautStadt und sieht als Einzige die Sonne mit eigenen Augen. Von ihrer Mauer aus kennt sie die zwei Boten, die das Licht ihr schickt, einen lauten und einen stillen.
Die zwei Boten der Sonne: UVA und UVB
Die UVB-Strahlen sind der laute Bote. Sie treffen vor allem die oberste Schicht Deiner Haut, lassen sie warm werden und lösen den Sonnenbrand aus. Am stärksten brennen sie um die Mittagszeit, und Fensterglas hält sie weitgehend ab. Diesen Boten spürst Du, er meldet sich als Hitze.
Die UVA-Strahlen sind der stille Bote. Sie dringen tief in die Haut ein, bis hinunter zu dem Kollagengerüst, das ihr Halt gibt, und gelten als wichtigste Ursache der lichtbedingten Hautalterung. Diesen Boten spürst Du nicht. Er kommt auch an grauen Tagen, und er durchdringt sogar Fensterglas, im Auto, am Schreibtisch, am Fenster.
Frau Hornzelle kennt beide von ihrer Mauer aus. Der laute trifft sie mit Hitze, der stille fährt lautlos durch die tragenden Fäden tief unter ihr. Und beide bringen dieselbe ernste Fracht: Sie können das Erbgut Deiner Hautzellen verletzen, woraus über die Jahre Hautkrebs entstehen kann.
Was zu viel Sonne in der Haut anrichtet
Bleibt der laute Bote zu lange, wird aus der Wärme ein Sonnenbrand. Die Haut wird heiß, rot und wund, ein deutliches Zeichen, dass sie mehr Licht bekommen hat, als sie tragen kann.
Der stille Bote arbeitet langsamer und über Jahre. Er reicht bis zu den tragenden Fäden aus Kollagen tief in der Lederhaut und zerschneidet sie nach und nach. So verliert die Haut an Halt, und an der Oberfläche zeigen sich mit der Zeit Falten. Genau hier hängen Sonne und Hautalterung zusammen, was der Beitrag Ganzheitliches Anti-Aging weiter vertieft.

Deine Haut steht dem nicht hilflos gegenüber. Nacht für Nacht bessert sie kleine Schäden an ihrem Erbgut wieder aus. Kommt über viele Jahre zu viel Licht dazu, türmt sich diese Arbeit höher, als sie zu schaffen ist. Wie Deine Haut von der Oberfläche bis in die Tiefe gebaut ist, zeigt der Beitrag Die Hautschichten einfach erklärt.
Warum Pigmentflecken entstehen
Sobald Licht auf die Haut trifft, kommen besondere Zellen in Bewegung, die Melanozyten. In der HautStadt sind sie die Sonnenschirm-Macher: Sie weben aus braunem Farbstoff, dem Melanin, kleine Schirme und spannen sie über die Zellen, damit das grelle Licht das Erbgut darunter nicht erreicht. So ist jede Bräunung eine Schutzantwort Deiner Haut, ihr Schild gegen zu viel Licht.
Bekommt die Haut über die Jahre viel Sonne ab, arbeiten die Sonnenschirm-Macher an manchen Stellen kräftiger als an anderen. Das Melanin verteilt sich ungleichmäßig, und es bleiben dunklere Flecken zurück, oft im Gesicht und auf den Handrücken. UV-Strahlung gilt als wichtigste Ursache solcher Pigmentflecken, und ein verlässlicher Sonnenschutz ist der beste Weg, ihnen vorzubeugen.
Was die Haut vor der Sonne schützt
Den besten Schutz gibt ein Breitbandschutz, der gegen beide Boten zugleich gewappnet ist, mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher. Davon gibt es zwei Arten, und beide haben ihren Platz.
Der mineralische Schutz aus feinem Zink legt sich wie ein heller Mantel auf die Haut und wirft das Licht zurück wie viele winzige Spiegel. Er wirkt vom ersten Augenblick an und ist auch für empfindliche Haut angenehm. Der zweite Typ sinkt in die oberste Zellreihe ein, fängt die Strahlen auf und wandelt sie in eine winzige, unschädliche Wärme um. Er braucht eine kurze Weile, ehe er bereit ist, darum trägst Du ihn vor dem Sonnenkontakt auf.
Damit der Schutz hält, darf er reichlich aufgetragen und über den Tag erneuert werden, denn Sonne, Wind und Wasser tragen ihn mit der Zeit fort. Dazu kommt der Schutz ganz ohne Creme: Schatten in den Mittagsstunden, ein Hut, ein gewebtes Tuch oder eine Sonnenbrille.
Was die Haut von innen unterstützt
Einen zweiten Schild trägst Du in Dir. In Gemüse und Obst in warmen Farben, in Karotten, Kürbis, Aprikosen und roten Paprika, stecken Pflanzenfarbstoffe, die Carotinoide. Sie lagern sich in der Haut ein und helfen ihr, grelles Licht etwas besser zu tragen. Dieser Schild von innen ist eine schöne Ergänzung, und der Sonnenschutz von außen bleibt der tragende Schutz. Wie die Kost Deine Haut stärkt, beschreibt der Beitrag Gesunde Haut von innen.
Und doch bringt Dir die Sonne eine echte Gabe. In Maßen weckt ihr Licht in der Haut das Vitamin D, das Deine Knochen stärkt und Deine Abwehr wachhält. Schon eine kurze Zeit im Freien genügt dafür.
Frieden mit der Sonne
Nach all dem läge es nahe, die Sonne für eine Feindin zu halten. Auf dem Marktplatz der HautStadt ruft der Marktschreier, die laute Stimme der Mode, genau das Gegenteil: „brauner, immer brauner“. Beide Bilder führen in die Irre.
Frau Hornzelle sieht es von ihrer Mauer aus klarer. Die Sonne ist für sie ein Gast. In rechtem Maß schenkt sie Wärme und ein Licht, das das Herz hebt, doch zu viel davon überfordert die Stadt. So begegnet sie ihr mit Maß, mit Schirm und Schatten, ohne sich vor ihr zu verstecken oder zu fürchten.
Ich darf Dir das aus meinem eigenen Leben erzählen. Ich bin sehr hell, und als Mädchen und junge Frau wurde ich dafür oft ausgelacht. Ich wollte unbedingt braun werden und legte mich ohne Creme, manchmal sogar mit extra Öl, in die pralle Sonne, damit es schneller ging. Jedes Mal folgte ein schmerzhafter Sonnenbrand. Heute halte ich es gar nicht mehr aus, einen ganzen Tag in der Sonne zu liegen. Ich trage Lichtschutzfaktor 50, und nur in Maßen setze ich mich kurz ohne Creme und ohne meinen Schirm ins Licht, für die Vitamin-D-Bildung. Aus dem Kampf gegen meine helle Haut ist mit den Jahren ein Frieden mit ihr geworden, und ich wünsche Dir, dass auch Du diesen Frieden findest.
Genau dieser Umgang mit Dir selbst, aus Verständnis und ohne Druck, ist der Anfang Deiner WohlfühlHaut.

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Häufige Fragen zum Sonnenschutz
Was ist der Unterschied zwischen UVA und UVB?
UVB-Strahlen treffen vor allem die Hautoberfläche und lösen den Sonnenbrand aus. UVA-Strahlen dringen tiefer ein, sind die wichtigste Ursache der Hautalterung und durchdringen sogar Fensterglas. Ein Breitbandschutz wappnet die Haut gegen beide.
Welcher Sonnenschutz ist der richtige?
Empfehlenswert ist ein Breitbandschutz mit Lichtschutzfaktor 30 oder höher. Mineralischer Schutz aus Zink liegt oben auf und wirkt sofort, was ihn für empfindliche Haut und als Naturkosmetikschutz angenehm macht; der einsinkende Typ braucht eine kurze Weile vor dem Sonnenkontakt. Wichtig ist vor allem, dass er reichlich aufgetragen und über den Tag erneuert wird.
Wie beuge ich Pigmentflecken vor?
Da UV-Strahlung die wichtigste Ursache von Pigmentflecken ist, hilft Sonnenschutz am meisten. Schatten, Hut und Kleidung ergänzen den Schutz und bewahren die Haut vor neuer Pigmentbildung.
Kann ich Sonnencreme mit Zink selbst machen?
Zinkoxid ist ein echter mineralischer UV-Schutz, und im Netz kursieren viele Rezepte mit Zink, Öl und Wachs. Zu Hause lässt sich der Schutz aber nicht gleichmäßig und genau genug einarbeiten, darum kennst Du den wahren Lichtschutzfaktor nie und wiegst Dich leicht in falscher Sicherheit. Vor allem der UVA-Schutz gelingt selbst Gerührtem meist nicht. So sehr ich das Selbermachen liebe, beim Sonnenschutz vertraue ich auf ein geprüftes mineralisches Produkt mit Lichtschutzfaktor 50. Das ist die Stelle, an der die Stadtmauer einen verlässlichen, geprüften Schild verdient.
Deine Ivonne
PS: Du darfst in Deiner WohlfühlHaut ankommen. 👣
Quellen
- Gabros S. et al., Sunscreens and Photoprotection (StatPearls/NCBI): https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK537164/
- Cleveland Clinic, Hyperpigmentation: https://my.clevelandclinic.org/health/diseases/21885-hyperpigmentation
- American Academy of Dermatology, Sun protection: https://www.aad.org/public/everyday-care/sun-protection
- Agar N. & Young A.R., Photocarcinogenesis: UVA vs UVB (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10907526/
- The Skin Cancer Foundation, Is Homemade Sunscreen Safe?: https://www.skincancer.org/blog/is-homemade-sunscreen-safe/
- American Academy of Dermatology, Homemade sunscreens are not proven effective: https://www.aad.org/news/homemade-sunscreens-not-effective
Hinweis
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche oder dermatologische Beratung. Bei auffälligen oder sich verändernden Pigmentflecken wende Dich bitte an eine Hautärztin oder einen Hautarzt.






