Cellulite zeigt sich als dellenartige, grubenförmige Unebenheit der Hautoberfläche, oft mit der Struktur von Orangenhaut, meist an Oberschenkeln, Po und Hüften. Sie entsteht in der Unterhaut: Feste Bindegewebsstränge, die Septen, halten die Haut an einzelnen Punkten nach unten, während die Fettläppchen dazwischen nach oben drücken. Bewegung, Eiweiß und Vitamin C schaffen die Voraussetzungen für Kollagen und ein straffes Bindegewebe. Cremes, Massage und Trockenbürsten können das Hautgefühl und die Oberfläche zeitweise verändern, sie lösen die tiefen Septen jedoch nicht.

Hallo MenschLicht,

kennst Du das, Du drückst die Haut am Oberschenkel leicht zusammen, und die kleinen Dellen treten hervor. Das ist dann der Moment, in dem Du sofort einen prüfenden, verurteilenden Blick auf Dich selbst richtest?

Ich habe diese Dellen jahrelang als Makel gesehen. Heute verstehe ich, was sie wirklich sind, wo und warum sie in meiner Haut entstehen, und dieses Wissen hat den Kampf aus meinem Urteil genommen.

Wir schauen uns heute genau an, was Cellulite wirklich ist, warum sie fast jede Frau kennt, was von außen an der Oberfläche bleibt und was Deinem Bindegewebe von innen Halt gibt.

 

Was Cellulite wirklich ist

Cellulite ist der Fachbegriff für die Dellen, die sich bei vielen Frauen an Oberschenkeln, Po und Hüften zeigen. Im Volksmund heißt sie auch Orangenhaut. Sie entsteht tief in Deiner Haut, in der Unterhaut, aus dem Zusammenspiel von straffen Bindegewebssträngen und den Fettläppchen, die sie umschließen. Das Bindegewebe selbst besteht aus einem Geflecht von Kollagen- und Elastinfasern.

Diese festen Bindegewebsstränge, die Septen, ziehen von der Lederhaut senkrecht nach unten bis zur Muskelfaszie und verankern Deine Haut dort. Zwischen diesen Strängen liegen die Fettläppchen. Drücken die Fettläppchen nach oben, während die Septen die Haut an ihren Punkten nach unten halten, wölbt sich die Oberfläche dazwischen, und es entstehen die kleinen Dellen.

In der HautStadt bekommt diese Struktur ein Gesicht. Im Lederhautdorf webt Frau Kollagen ihre Fäden, und ihre kräftigsten Stränge reichen wie aufrechte Pfosten hinab ins Unterhautdorf zu Herrn Fett und seinen weichen Höfen. Die Pfosten sind Deine Septen, die Höfe sind die Fettläppchen, und wo die Höfe sich zwischen den Pfosten nach oben wölben, zeigen sich die Dellen.

Wie die drei Schichten Deiner Haut ineinandergreifen, liest Du in die 3 Dörfer Deiner HautStadt. Doch warum zeigt sich dieses Muster fast nur bei Frauen?

 

Warum fast jede Frau Cellulite kennt

Etwa acht bis neun von zehn Frauen haben sichtbare Cellulite, in jedem Alter und bei jeder Figur. Auch sehr schlanke und sportliche Frauen kennen die Dellen, denn sie entstehen aus dem Bau des Bindegewebes selbst.

Bei Frauen verlaufen die Septen meist senkrecht und parallel nach unten. Dadurch hat das Fett zwischen ihnen Raum, sich nach oben zu wölben. Bei Männern überkreuzen sich die Stränge dichter, wie ein festes Korbgeflecht, und die Oberfläche bleibt glatter. Diese Bauweise ist Dir in die Wiege gelegt, Deine Gene bestimmen sie mit.

Auch Deine Hormone wirken mit. Im Lauf Deines Zyklus schwankt der Wasserhaushalt im Gewebe, und damit treten die Dellen mal deutlicher, mal kaum sichtbar hervor. Das Östrogen lenkt diese Schwankung. Mit den Jahren bildet Dein Körper langsamer Kollagen und die Haut wird dünner, sodass sich das Muster klarer abzeichnet. Frau Kollagen webt dann etwas bedächtiger. All das gehört zu einer lebendigen Haut.

 

Welche Creme hilft gegen Cellulite und was taugen Massagen?

Vom Markt im HautStadt Märchen ruft eine laute Stimme: eine Creme, eine Bürste, ein Wickel, und die Dellen seien fort. Es ist der Marktschreier oben auf der Stadtmauer, der seine glänzenden Salben anpreist.

Doch was hilft wirklich gegen Cellulite? Schauen wir uns das genauer an. Cremes pflegen die Hautoberfläche. Koffein kann in die oberen Hautschichten eindringen, wirkt dort leicht entwässernd, wodurch sich die Haut kurzzeitig straffer anfühlt und Dellen weniger auffallen. Retinol ist in Kosmetik gesetzlich auf eine Konzentration von bis zu 0,3 % begrenzt und darf nur an der obersten Hautschicht wirken. In dieser Dosierung kann es die Haut über mehrere Wochen etwas verdicken, sodass Dellen weniger auffallen. Höher dosiertes Tretinoin ist verschreibungspflichtig, wirkt tiefer in der Haut und gehört in ärztliche Hände. Die Septen liegen tiefer und bleiben außerhalb der Reichweite jeder Creme.

Eine sanfte Massage und das trockene Bürsten geben dem Gewebe Berührung und können den Lymphfluss unterstützen. Danach wirkt die Haut oft glatter. Wichtig dabei ist jedoch, dass diese Anwendungen sanft sind, denn grobes Reißen, Drücken oder Pressen hinterlässt oft blaue Flecken und manchmal auch Verletzungen.

Tiefer setzt die Subzision an. Wobei dies einem operativen Eingriff gleicht. Dabei betäubt eine fachkundige Person die Stelle lokal und führt eine spezielle Nadel oder Kanüle parallel zur Haut in die Unterhaut. Sie löst gezielt jene straffen Septen, die eine einzelne Delle nach unten ziehen. Die Zugkraft verteilt sich neu und die Delle kann flacher werden. Blutergüsse, Schwellung und Druckschmerz gehören zur normalen Heilungszeit.

MethodeWas sie leisten kannWo sie wirkt
Koffein- oder RetinolpflegeLässt die Hautoberfläche zeitweise glatter wirkenOberfläche und obere Hautschichten
Massage und TrockenbürstenGibt Berührung und unterstützt kurzfristig den LymphflussOberfläche und Gewebeflüssigkeit
SubzisionLöst gezielt straffe Septen bei einzelnen DellenUnterhaut

Ernährung bei Bindegewebsschwäche: Was hilft von innen?

Damit Deine Septen stark sind, musst Du bei dem beginnen, was Du Tag für Tag isst und tust. In Frau Kollagens Werkstatt ist Eiweiß der Baustoff, Vitamin C hilft beim Aufbau der Fäden und Bewegung bringt die Lymphträger in Gang.

  • Eiweiß: liefert Aminosäuren für die Kollagenbildung.
  • Vitamin C: ermöglicht wichtige Schritte der Kollagenbildung.
  • Zucker maßvoll genießen: schützt die Elastizität der Kollagenfasern vor zu viel Glykation.
  • Wasser, Ruhe und Bewegung: begleiten den Flüssigkeitshaushalt im Gewebe und den Alltag, in dem Frau Kollagen arbeitet.

 

Eiweiß und Vitamin C als Baustoffe für festes Bindegewebe

Dein Körper baut Kollagen aus Eiweiß, und Vitamin C ermöglicht dabei wichtige Schritte, damit aus den Bausteinen tragfähige Fäden werden. Eiweiß steckt in Ei, Hülsenfrüchten, Fisch und Walnüssen, Vitamin C liefern Beeren, Paprika und Zitrusfrüchte. Wie Du Deine Haut rundum von innen versorgst, vertieft gesunde Haut von innen.

 

Zucker maßvoll hält die Fäden geschmeidig

Zu viel Zucker erschwert Frau Kollagen die Arbeit. Überschüssiger Zucker verbindet sich mit den Kollagenfäden, ein Vorgang, den Fachleute Glykation nennen, und lässt sie steifer und spröder werden. Zuckerärmere Tage halten die Fäden elastisch und das Geflecht spannkräftig.

 

Bewegung bringt die Lymphe in Fluss

Bewegung ist der stärkste Hebel. Sie regt das Lymphsystem an, das einsammelt, was sich im Gewebe staut. Bleibt der Körper lange still, sammelt sich die Flüssigkeit, und die Dellen treten deutlicher hervor. In der HautStadt sind es die Lymphträger, die ihre Boote erst in Bewegung setzen, wenn die ganze Stadt in Schwung kommt. Ein zügiger Spaziergang, Treppen und etwas Krafttraining für die Beine bringen die Lymphe in Fluss und geben dem Gewebe mehr Festigkeit.

 

Wasser und Ruhe versorgen das Gewebe

Frisches Wasser hält die Wege frei, auf denen die Lymphe wandert. Und Ruhe gibt dem Körper Zeit, in der Frau Kollagen in aller Geduld webt. Ein Glas Wasser, ein paar tiefe Atemzüge und eine genussvolle Pause tun dem Gewebe gut.

 

Hilft Kollagenpulver gegen Cellulite?

Viele fragen mich, was ich zu Kollagenpulver in Form der Nahrungsergänzung halte. Ich persönlich habe es noch nicht ausprobiert. Ich kann hier auch nicht genau sagen warum, da ich sehr vieles ausprobiere und somit oft “Selbstversuche” mache und auch einige Nahrungsergänzungen nehme. Jedoch wurde ich emotional von der Einnahme von Kollagenpulver nicht angesprochen und daher denke ich mir, es ist nicht für mich bestimmt.

Auch habe ich mir Studien dazu angeschaut. Eine Studie mit 105 Frauen untersuchte über sechs Monate täglich 2,5 Gramm bestimmte Kollagenpeptide. Bei Frauen mit normalem Gewicht wurden Verbesserungen bei Hautwelligkeit und Dermisdichte gemessen. Das ist ein interessanter Befund für dieses konkrete Präparat.

Die Forschung bleibt jedoch nicht bei einer einzigen Antwort stehen. Eine Meta-Analyse zu Kollagensupplementen und Hautalterung fand zwar im Gesamtbild Vorteile.

In hochwertigen Studien und Studien ohne Industrie-Finanzierung zeigte sich dieser Effekt jedoch nicht. Somit sind die derzeitigen Studienlage für mich persönlich nicht aussagekräftig und Kollagenpulver darf deshalb eine persönliche Entscheidung sein. Dein tägliches Fundament sollte jedoch die Nahrung bleiben, aus der Dein Körper seine eigenen Bausteine gewinnt.

 

Frieden mit den Dellen: was Deine Haut Dir zeigt

Erinnerst Du Dich an den prüfenden Blick vom Anfang, der sich durch den Vergleich so schnell einschaltet? Genau dort, am Oberschenkel, geht es für viele Frauen um weit mehr als die Haut. Da sitzt die alte Überzeugung, der Körper müsse glatter und makellos sein, um liebenswert und gut genug zu sein. Und gerade diese Stelle darfst Du heute mit anderen Augen ansehen.

Steig in Gedanken einmal mit hinab zu den weichen Höfen des Unterhautdorfs, dorthin, wo Deine Dellen entstehen. Frau Kollagen zeigt Dir die Pfosten, und Herr Fett erklärt Dir, warum dieses Muster hervortritt.

„Deine Stadt tut nichts Falsches“, sagt Frau Kollagen, „sie zeigt nur, dass sie lebendig ist.“ Herr Fett fügt hinzu, dass seine Höfe mit Bedacht nachgiebig gebaut sind, damit Raum entsteht, wo neues Leben heranwachsen kann.

Darin liegt ein Perspektivenwechsel auf diese Dellen. Die Struktur, die sie sichtbar macht, gehört zu einem Körper, der dadurch mit der Haut verbunden ist. Sie erinnert auch daran, wie leicht es ist, uns einzureden, dass etwas aus Sicht des Schönheitsideals hässlich sei, dass wir nicht gut genug seien, obwohl es eine geniale Erfindung der Natur ist. Es lässt Dehnung zu, um in einer Schwangerschaft Raum für neues Leben zu schaffen.

Daher mach Dir das nächste Mal, wenn die Angst vor Ablehnung beim Blick in den Spiegel auftaucht, ein Kaffeedate mit dieser Angst aus. Höre sie an. Was erzählt sie Dir? Was liegt darunter? Oft taucht dann ein alter Glaubenssatz auf und eventuell will sich dieser transformieren.

Wie Du das feststellen kannst? Indem Du Dich fragst, welche Früchte Du durch das Leben dieses Glaubenssatzes in Deinen Alltag ziehst. Nähren Dich diese oder sind sie verdorben?

Würdest Du einen Baum in Deinem Garten lassen, der nur verdorbene Früchte hervorbringt? Nein? Dann weißt Du nun, was Du mit einem solchen Glaubenssatz machst. Am besten entsorgen, damit etwas Nahrhaftes wachsen kann.

So kannst Du zum Beispiel beim nächsten Mal im Spiegel Deine Oberschenkel liebevoller ansehen, ohne sie vor Gericht zu stellen. Sie tragen Dich durch jeden Tag, egal ob sie dem Schönheitsideal entsprechen oder nicht. Dieses Zuhause im eigenen Körper nenne ich WohlfühlHaut.

Mehr dazu in der märchenhaften Reise in die HautStadt

→ zum Buch Das Herz der Haut

Häufige Fragen zu Cellulite

 

Kann ich Cellulite ganz loswerden?

Cellulite gehört zu einer gesunden, lebendigen Haut und zeigt sich bei fast allen Frauen. Du kannst das Muster mildern, indem Du Dein Bindegewebe von innen stärkst und die Lymphe durch Bewegung in Fluss hältst. Ein Versprechen Cellulite weg zu cremen ist jedoch ein Versprecher.

 

Hilft Trockenbürsten gegen Cellulite?

Trockenbürsten und sanfte Massage geben dem Gewebe Berührung und können den Flüssigkeitsabfluss kurzfristig unterstützen. Die Haut wirkt danach oft frischer. Der Halt im Bindegewebe wächst über Bewegung und gute Versorgung von innen. Bleib dabei sanft zu Dir, denn grobes Reißen hinterlässt blaue Flecken.

 

Warum haben auch schlanke Frauen Cellulite?

Cellulite entsteht im Geflecht aus Septen und Fettläppchen. Darum zeigen auch sportliche und schlanke Frauen Dellen. Körpergewicht kann die Sichtbarkeit beeinflussen, es erklärt die Bauweise des Bindegewebes jedoch nicht.

 

Was ist der Unterschied zwischen Cellulite und Cellulitis?

Cellulite beschreibt die sichtbaren Dellen der Haut. Cellulitis bezeichnet im internationalen Sprachgebrauch eine bakterielle Entzündung des Unterhautgewebes. Rötung, Überwärmung, Schmerz oder Fieber gehören ärztlich abgeklärt.

 

Verschwindet Cellulite, wenn ich abnehme?

Cellulite entsteht im Geflecht des Bindegewebes, darum kennen auch schlanke Frauen die Dellen. Abnehmen verändert die Fettläppchen darunter, das Muster bleibt jedoch ein Stück weit bestehen. Bewegung und kräftige Muskeln am Bein geben dem Gewebe oft mehr Festigkeit als ein reiner Gewichtsverlust.

 

Deine Ivonne

PS: Du darfst in Deiner WohlfühlHaut ankommen. 👣

 

Quellen

Hinweis

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei Hautproblemen, Allergien oder Unverträglichkeiten konsultiere bitte eine fachkundige medizinische Person.