Gesichtsöl ist reines Fett und erneuert den Lipid-Mörtel Deiner Hautbarriere. Gesichtscreme verbindet Wasser und Öl und spendet zugleich Feuchtigkeit und Pflege. Welches besser passt, hängt von Deiner HautPersönlichkeit ab: Trockene Haut, der vor allem Öl fehlt, profitiert oft von einem Öl, während Haut mit Feuchtigkeitsmangel eine Creme oder Wasser plus Öl bevorzugt.
Hallo MenschLicht,
Gesichtsöl oder Gesichtscreme? Diese Frage taucht so oft auf, weil sie eigentlich etwas Tieferes meint: Was braucht Deine HautStadt wirklich, damit sie sich genährt anfühlt? Und braucht sie überhaupt Wasser? Ist es notwendig, Geld für eine Creme auszugeben, wenn Wasser ein Hauptbestandteil Deiner Haut ist?
Der Unterschied: Öl ist Fett, Creme ist Wasser und Fett
Damit Du eine klare Entscheidung treffen kannst, lass uns die Begriffe kurz entwirren.
Gesichtsöl
Gesichtsöl ist pures Pflanzenöl oder eine Mischung aus verschiedenen Ölen, also Fett ohne Wasser. Es nährt die Hautbarriere und hilft, Feuchtigkeit in der Haut zu halten, weil es den „Mörtel“ erneuert. So werden Risse in der Stadtmauer wieder „verspachtelt“ und Du hast eine stabile Grenze zur Außenwelt.
Gesichtscreme
Gesichtscreme ist eine Emulsion: Wasser und Öl werden mithilfe eines Emulgators verbunden. Sie kann Feuchtigkeit liefern (Wasseranteil) und gleichzeitig nähren (Ölanteil). So bekommt Frau Hornzelle zu essen und fehlender Mörtel kann aufgefüllt werden, eine 2-in-1-Funktion sozusagen. Und wenn dann noch Salz in der Creme ist, hast Du ein vollwertiges Essen für Deine Stadtmauer in einem Schritt.
Die Mythen über Öl und Wasser

Der Mythos „Wasser an erster Stelle ist ein Minderwertigkeitssignal“
Dein KörperUniversum besteht zu 70 bis 80 % aus Wasser. Wir brauchen Wasser, um leben zu können. Genauso braucht auch Frau Hornzelle Wasser. Nur so kann sie sich zu ihrer vollen Größe ausdehnen und zu einer gesunden Grenze beitragen. Denn eine Zelle ohne Wasser wäre wie eine Luftmatratze ohne Luft: faltig und schlaff. Wie würde es Frau Hornzelle ohne Wasser ergehen?
Der Mythos „Öl verstopft die Poren“
Öl ist nicht automatisch „zu viel“. Manche Öle sind für manche HautPersönlichkeiten einfach zu schwer und ziehen langsam oder kaum ein. Olivenöl ist so ein Fall: ein sogenanntes feuchtes Öl, perfekt für trockene Haut. Eine normale oder fettige HautStadt bevorzugt dagegen trockene Öle, zum Beispiel Sonnenblumenöl.
Damit Du Dich leichter orientieren kannst, gibt es ein Wort, das in der Hautpflege oft fällt: komedogen. Komedogen bedeutet, dass ein Öl (je nach Haut und Menge) eher dazu neigt, die Poren zu „verstopfen“.
Eher komedogen:
- Kokosöl (und dennoch zeigt es bei manchen Menschen sehr gute Ergebnisse bei Akne, Neurodermitis und Schuppenflechte)
- Weizenkeimöl
Oft gut verträglich, eher nicht komedogen:
- Jojobaöl
- Sonnenblumenöl
- Traubenkernöl
- Arganöl
Wichtig: Das ist keine Schwarz-Weiß-Frage. Es ist immer auch eine Frage von HautPersönlichkeit, Formulierung, Menge und davon, ob Du darunter Wasser nutzt und wie Du Dich ernährst. Außerdem darf im Hinterkopf bleiben: Eine solche Einteilung wurde unter anderem durch eine Studie geprägt, in der Kaninchenohren mit den jeweiligen Ölen getestet wurden.
Wenn Du unsicher bist, starte mit einem leichten Öl, nimm nur wenige Tropfen und beobachte Deine HautStadt zwei Wochen lang.
Wenn Du Dich gerade fragst, welches Öl „das richtige“ ist

Dann ist das oft der Moment, in dem die Reise von „Hautpflege“ zu „Haut verstehen“ wird. Denn jede HautStadt hat ihre eigene Persönlichkeit, und Du darfst lernen, sie zu lesen. Wenn Du magst, kannst Du hier zuerst Deinen Hauttyp bestimmen.
Die Durstige (trockene Haut)
Hier ist es zuerst wichtig herauszufinden, warum sie trocken ist. Ist Frau Hornzelle dehydriert, fehlt Wasser. Ist die Stadtmauer rissig, fehlt Öl, um den Mörtel zu erneuern. Am besten probierst Du hier Olivenöl aus. Ist es schnell eingezogen und Deine HautStadt strahlt danach (kein Spannen, kein Ziehen), dann hat Öl gefehlt. Bleibt sie danach schlaff, dann braucht sie Wasser zum Trinken. Fehlt beides, kannst Du Dich entweder für eine Creme entscheiden oder zuerst Wasser auf die Haut geben, kurz antrocknen lassen und Öl darüber.
Frage Dich hier: Wo darfst Du Dir selbst mehr Achtsamkeit und Wertschätzung schenken?
Die Übereifrige (fettige Haut)
Hier sind die Talgdrüsen übereifrig, daher ist schon mehr Öl als nötig auf Deiner Stadtmauer. Oft fühlt sie sich am wohlsten mit sehr leichten, trockenen Ölen (wenige Tropfen) oder einer leichten, einfachen Creme. Wichtig ist achtsame Reinigung: Oft wird die HautStadt zu stark gereinigt und die Talgdrüsen werden dadurch noch eifriger.
Frage Dich hier: Wo in Deinem Leben hast Du zu viel, aus Angst, etwas könnte zu wenig werden?
Die Vielseitige (Mischhaut)
Sie hat unterschiedliche Viertel, meistens die sogenannte T-Zone. Stirn, Nase und Kinn sind übereifrig, der Rest ist entweder durstig oder glücklich. Du darfst hier Zonen-Pflege machen:
- Öl dorthin, wo es nach Nahrung ruft
- etwas Leichteres dorthin, wo es schnell „zu viel“ wird
Frage Dich hier: Gibt es in Deinem Leben eine Situation, in der Du einen inneren Widerspruch erlebst und noch keine klare Entscheidung fällen kannst?
Die Empfindsame (sensible Haut)
Sie liebt Minimalismus und ist schnell überfordert mit vielen Eindrücken, weil es im Inneren schon viel zu entdecken gibt. Daher ist eine Pflege mit wenigen Inhaltsstoffen besonders sinnvoll. Für die Empfindsame lohnt es sich, die Rohstoffe einzeln auszuprobieren, ihnen ganzheitlich zu begegnen, sie kennenzulernen und so genau das zu finden, was am besten funktioniert.
Frage Dich hier: Was brauchst Du, um Dich in Deinem Leben sicher zu fühlen?
Die Glückliche (normale Haut)
Sie ist meist unkompliziert und grundsätzlich im Reinen mit sich selbst. Wichtig ist, dass Du Deine Pflege an die Jahreszeit, den Zyklus, das Stresslevel und Dein aktuelles Gefühl anpasst. Denn das Leben ändert sich laufend.
Dein nächster Schritt: Magie der ersten Schritte
Wenn Du Lust hast, ein Gesichtsöl nicht nur aufzutragen, sondern selbst zu machen und ganz sanft an Deine HautPersönlichkeit anzupassen, dann ist der Workshop „Magie der ersten Schritte“ ein wunderschöner Einstieg. Dort lernst Du, Naturkosmetik selbst zu machen, mit Rohstoffen aus der Küche, sicher und Schritt für Schritt in Videos mit mir:
- Hygiene-Basics
- einfache Rezepturen
- und wie Du Pflege so wählst, dass sie zu Dir passt

→ Zum Workshop „Magie der ersten Schritte“
Häufige Fragen zu Gesichtsöl und Gesichtscreme
Was ist besser: Gesichtsöl oder Gesichtscreme?
Das hängt von Deiner Haut ab. Ein Öl erneuert den Lipid-Mörtel der Hautbarriere, eine Creme liefert zusätzlich Feuchtigkeit. Trockener Haut, der Öl fehlt, hilft oft ein Gesichtsöl, während Haut mit Feuchtigkeitsmangel eine Creme oder Wasser plus Öl bevorzugt.
Verstopft Gesichtsöl die Poren?
Nicht grundsätzlich. Manche Öle sind schwerer und für fettige Haut weniger geeignet, etwa Kokosöl. Leichtere, eher nicht komedogene Öle wie Jojoba-, Sonnenblumen- oder Traubenkernöl werden meist gut vertragen. Starte mit wenigen Tropfen und beobachte Deine Haut.
Brauche ich überhaupt eine Creme, wenn Wasser in der Haut ist?
Frau Hornzelle braucht Wasser, um geschmeidig zu bleiben. Fehlt Deiner Haut Feuchtigkeit, hilft eine Creme oder Wasser plus Öl. Fehlt nur Fett, kann ein reines Öl genügen.
Deine Ivonne
PS: Du darfst in Deiner WohlfühlHaut ankommen. 👣
Quellen
- Fulton et al. (1984): Comedogenicity of Current Therapeutic Products, Cosmetics, and Ingredients in the Rabbit Ear https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/6229554/
Hinweis
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine medizinische oder dermatologische Beratung. Bei Hautproblemen oder Unverträglichkeiten konsultiere bitte eine fachkundige medizinische Person.






